Das Mittelalter

Die Arnoldusglocke

Die Arnoldusglocke

Die Arnoldusglocke im Kirchenschiff von Sankt Vitus

In einer Urkunde vom 15. Februar 1176 wird 'ARNOLDUS PRESBITER DE GILTEKIN’ erwähnt, der zwischen 1162 und 1194 in Gilching wirkte und Wohltäter des Klosters zu Polling war.

arnoldusglocke2

Es ist ziemlich sicher, dass er die Arnoldus-Glocke für die
Sankt Vitus-Kirche gestiftet hat, denn deren Inschrift lautet:

Arnoldusglocke Inschrift 1

Inschrift 1 sowie

Arnoldusglocke Inschrift 2

Inschrift 2.

Die Arnoldus-Glocke - eine der ältesten Glocken Bayerns - war lange Jahre verschollen. Erst um 1835 fand man sie beim Pflügen auf dem Klingelberg. Wie sie dorthin gelangte, kann man nur ahnen: vielleicht wurde sie im 30-jährigen Krieg (1618-1648) dort vergraben.

Sie wurde im Glockenstuhl von St. Vitus aufgehängt. 1913 zersprang sie beim Läuten während des Fronleichnamfestes in drei Teile. 1927 schweißte sie der Glockengießer Hans Lachenmeyer aus Nördlingen wieder zusammen. Später fand sie wieder ihren Platz im Turm von St. Vitus. Als sich 1944 Luftangriffe häuften, wurde sie im Kirchenraum untergebracht. 14 Tage später warf ein Bomber beim Anflug auf das Dornier-Werk seine Brandbomben zu früh ab und traf dabei auch den Turm von St. Vitus, der ausbrannte. Jetzt hängt die acht Jahrhunderte alte Glocke im Kirchenschiff.

Die Arnoldus-Glocke ist Teil des Gilchinger Wappens. Seit 1993 heißt die Grundschule an der Talhofstraße Arnoldus-Grundschule Gilching.

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