Die Neuzeit
Der Dreißigjährige Krieg

Das Bild von Jacques Callot stammt aus den Wikipedia-Artikeln
über den dreißigjährigen Krieg .
Seit 1576 verschärften sich sich die Spannungen zwischen den katholischen und evanglischen deutschen Fürsten immer mehr, was zunächst zur Gründung konfessioneller Verteidigunsbündnisse führte (1608 die evangelische Union und 1609 die katholische Liga). 1618 fand der Aufstand der böhmischen Stände statt, die ihre im Jahre 1609 von Kaiser Rudolf II. gewährte Religionsfreiheit und weitere Privilegien verletzt sahen. Das war der entscheidende Funke, der die aufgestauten Spannungen entlud.
Zunächst war der Krieg noch eine eher interne Auseinandersetzung zwischen den deutschen Fürsten entlang der Konfessionsgrenze. Aber nach 1630 griffen immer mehr europäische Mächte in die Auseinandersetzungen ein. Schweden (Gustav II. Adolf) und Frankreich (Ludwig XIII.) auf protestantischer Seite und Spanien auf katholischer Seite.
Nach 1640 kam es zu ersten Verhandlungen, um den Krieg zu beenden, aber trotz aller Kriegsmüdigkeit dauerte es noch bis Oktober 1648, dass der Westfälische Friede in Münster und Osnabrück unterzeichnet werden konnte. In dem Friedensvertrag wurde der Augsburger Religionsfriede von 1555 wiederhergestellt. Weiterhin wurde den Reichsständen Mitbestimmung in allen Reichsangelegenheiten und volle Hoheit in geistlichen und weltlichen Dingen gewährt.
Schweden erhält weite Teile der Nord- und Ostseeküste und Frankreich u.a. das Elsass. Während der Kriegswirren war in den betroffenen Gebieten ungefähr die Hälfte der Bevölkerung umgekommen und viele aus ihrer Heimat geflüchtet. Sie ließen sich, wie auch die entlassenen Söldner, an anderen Orten nieder.
Der dreißigjährige Krieg in Gilching
Vor allem im Jahr 1632 war Gilching von diesem Krieg betroffen. Im April 1632 überquerte das Heer des schwedischen Königs Gustav II. Adolf den Lech und marschierte gegen München, wobei es das gesamte Ammerseegebiet besetzte. Am 17. Mai 1632 zog Gustav II. Adolf in München ein. Die Stadt hatte 300.000 Taler Lösegeld bezahlt und wurde deshalb nicht geplündert. Dagegen wurden aber die Ortschaften rund um die Stadt ausgeraubt bis zum Letzten und in Brand gesteckt.
Im Jahre 1646 kam der Krieg nochmals in das Fünf-Seen-Land, als Schweden und Franzosen den Generalangriff gegen Kurbayern begannen.
Gilching hatte im Jahre 1612 vor der Brandschatzung durch die schwedischen Söldner 77 Bauernhöfe. Von den vielen abgebrannten oder zerstörten Bauernhöfen waren im Jahr 1678 noch 19 Höfe nicht wieder aufgebaut.
Der Satz eines Generals machte damals die Runde: „Eine Kuh, die man nach dem Kriege in Bayern findet, sollte in Silber gefasst werden“.
Weitere Ereignisse in der Region
| 1623 | Maximilian I. Kurfürst von Bayern |
| 1663 | Kurfürst Ferdinand Maria erbaut zum Dank für die Geburt Max Emanuels mit dem italienischen Baumeister Barelli und dem Graubündner Zuccalli die Theatinerkirche und das Lustschloss Nymphenburg. Beginn des barocken Bayern. |
| 1675 | Gilching hat ca. 200 Einwohner. |
