Die Römerzeit
Villa Rustica

Mit der Romanisierung des Alpenvorlandes wurden viele römische Bauwerke errichtet. Viele größere Bauwerke kann man heute noch bestaunen (Türme, Limes, Kastelle), andere sind verschwunden, wie Legionslager und die sog. Villa Rustica, ein Landhaus bzw. Landgut, dass die römische Besiedlung in unserem Raum sehr stark geprägt hat.
Die wirtschaftliche Grundlage der Gutshöfe bildete die Landwirtschaft. Sie bestanden aus einem Wohnhaus, in dem einzelne Räume beheizt werden konnten, und Wirtschaftsgebäuden, die von einer Hofmauer umgeben waren. Meist wurden die Bauten in Stein ausgeführt. Zu einem römischen Gutshof gehörte auch ein Badegebäude.
Diese Gutshöfe waren meist Alterssitze von aus dem Militärdienst ausgeschiedenen Veteranen, die innerhalb der ländlichen Infrastruktur Versorgungsaufgaben für die röm. Armee übernahmen. Diese Höfe befanden sich meist in der Nähe von Straßen, Flüssen oder Kanälen, um die produzierten Waren bequem abtransportieren zu können. Auch sollte nicht unterschätzt werden, dass sie loyale Inseln inmitten der nichtrömischen Bevölkerung bildeten.
In der Gemeinde Gilching sind bislang vier Villae Rusticae gefunden worden. Die Entfernung der einzelnen Höfe zueinander betrug vier bis fünf km. Bei Bauarbeiten für eine Leitung wurde 1981 am Fuße des Germannsberges eine solche Villa Rustica entdeckt, die wohl hauptsächlich während des 2. Jh. n. Chr. bestand. Der Gutshof hatte eine Fläche von mindestens 100 m x 60 m. Neben dem Hauptgebäude, in dem es auch ein Zimmer von etwa 6 m x 5 m Größe mit Fußbodenheizung gab, wurde auch ein ca. 35 m entfernt gelegenes Wirtschaftsgebäude (9,5 m x 11,6 m) aufgedeckt. Zu dem Hof gehörte auch eine Zisterne. An Funden liegen Amphorenbruchstücke, Grobkeramik und Terra Sigillata vor.
Einen kurzen Bericht über die Notgrabungen im Rahmen der Verlegung der Gasleitung, bei der dieVillae Rusticae bei Steinlach und auf dem Steinberg gefunden wurde, können Sie in den MITTEILUNGEN der FREUNDE DER BAYERISCHEN VOR- UND FRÜHGESCHICHTE nachlesen.
