Gilchings Moore

Die Würmeiszeit hinterließ auf Gilchinger Gemeindegebiet mehrere Moore. Unberührte Moorflächen sind einzigartige Gebiete für unsere Tier- und Pflanzenwelt. Einige Vertreter von ihnen kommen nur dort vor. Im Wildmoos ist das z.B. die Strauchbirke (Betula humilis) - ein Eiszeitrelikt. Neben einigen Beständen im Murnauer Moos ist sie erst wieder in den Tundren Skandinaviens und Sibiries zu finden. In den zurückliegenden Jahrhunderten lernten die Menschen, zum Leidwesen der Natur, das Moor zu nutzen.

Drei Moorgebiete in Gilching sind noch zusehen. Das Wildmoos und das Görbelmoos  sind unter Naturschutz gestellt und sind Teil des Fauna-Flora-Habitatgebiet „Moore und Buchenwälder zwischen Etterschlag und Fürstenfeldbruck“.Weitere Informationen dazu sind in einem Faltblatt zu dem FFH-Gebiet zu finden.

Ein viertes - das Maiermoos - ist in Privatbesitz. Am Osthang des Fuchsberges um die Quelle des Aubachs herum - oberhalb der Gärtnerei Wurm - gab es ein Hangmoor, dass in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts trocken gelegt wurde.

Görbelmoos

Görbelmoos und Egellache zusammen haben eine Fläche von ca. 13.200 qm. Es handelt sich hier um ein Übergangsmoor, das sich in ein Hochmoor umwandelt, wodurch es keinen Zugang mehr zum Grundwasser hat. Die Regenmenge allein reguliert dann den Wasserspiegel. Dieses Gebiet ist weitestgehend naturbelassen. Es wurde 1938 unter Naturschutz gestellt und ist damit das zweitälteste Naturschutzgebiet in Bayern.

Teggermoos

Am Ende der Würmeiszeit bildete sich hier ein flacher See. Hügelgräber, Siedlungen aus keltischer Zeit sowie ein römischer Gutshof ("Villa Rustica") liegen um den ehemaligen See. Sie belegen eine frühe Besiedlung (800 v.Chr. bis 400 n.Chr.). In den zurückliegenden Jahrhunderten begann die schrittweise Vermoorung. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Fläche trocken gelegt und wird bis auf ein marginales Restgebiet landwirtschaftlich genutzt.

Wildmoos

Wie alle anderen Moorgebiete gehörte auch das Wildmoos früher zur Almende, d.h. es konnte von jedem genutzt werden. 1848, während der ersten Revolution in Deutschland, wurde das Wildmoos unter den Gilchinger Bürgern zu gleichen Teilen aufgeteilt. Das war für die damalige Zeit ein ungeheuerlicher Vorgang. Bis dahin war es üblich, dass die Verteilung nach Hofgröße durchgeführt wurde, so dass Großbauern einen größeren Anteil erhielten als Kleinbauern. 1927 gründeten die Gilchinger Bauern eine Genossenschaft zur Trockenlegung des Wildmooses. Der Grund: Torfgewinnung, die inzwischen eingestellt ist. 1929 wurden die ersten Gräben gezogen.

Torf, ein begehrter Brennstoff, diente auch als Unterstreu für das heimische Vieh. Eine Folge der Trockenlegung ist heute die zunehmende Bewaldung. Naturschutz und Forstverwaltung versuchen gemeinsam besonders wertvolle Flächen durch gezielte Entnahme von Fichten und Birken zu erhalten. Auch ist die Renaturierung von Naturschutzseite angestrebt.

Weitere Informationen zu den Mooren, ihre Artenvielfalt und Entstehung finden Sie unter dem Link zu Wikipedia in der rechten Spalte. Zu den Gilchinger Moosen finden sich weitere Info auf der Homepage des LBV Starnberg unter dem Stichwort Arbeitsgebiete.