Stammtisch mit Vortrag „Archäozoologie in Bayern: Geschichte – aktuelle Forschungen – Perspektiven“

14.07.2021 19:30 - 21:30

Vortrag: „Archäozoologie in Bayern: Geschichte – aktuelle Forschungen – Perspektiven“ von Dr. Simon Trixl, Habilitand im Fachbereich Paläoanatomie an der Tierärztlichen Fakultät der LMU München und Referent für Archäozoologie am Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart

Knochen-, Zahn-, Horn- und Geweihfunde von Tieren, die in mitunter großen Mengen bei archäologischen Ausgrabungen gefunden werden, sind eine unverzichtbare Informationsquelle für die moderne altertumswissenschaftliche Forschung. Sie liefern tiefe Einblicke in verschiedenste Aspekte der Lebenswirklichkeit vor- und frühgeschichtlicher Menschen – von ihrer Subsistenzwirtschaft über das Ritualverhalten bis hin zu den klimatischen Verhältnissen in vormoderner Zeit. Solche Themengebiete mithilfe der Analyse von Tierresten zu untersuchen, ist die Aufgabe der Archäozoologie.
Der Vortrag blickt zurück auf die lange Entwicklung jener zwar kleinen, aber doch bedeutenden Disziplin in Bayern. Dabei stehen neben der mitunter bewegten Forschungsgeschichte auch die aktuellen Methoden und jüngst erarbeitete wissenschaftliche Ergebnisse im Fokus. Zudem wird sich ein thematischer Ausblick mit biochemischen Untersuchungsverfahren wie der Isotopen-Analyse und beschäftigen.

Related upcoming events

  • 13.07.2022 19:30 - 13.07.2022 21:30

    Hybrid-Stammtisch mit Vortrag zur UNESCO-Kultur-Welterbestätte Pestenacker

    Neueste geoarchäologische Erkenntnisse der 3D-Modellierungen im Bereich der jungneolithischen Feuchtbodensiedlung Pestenacker

    Anne Köhler (M.Sc., Doktorandin, Universität Leipzig, Institut für Geographie) und Dr. des. Anneli Wanger-O'Neill (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Lineare Projekte, Projekt Pestenacker)

    Feuchtbodensiedlungen stellen wertvolle geoarchäologische Archive dar. Ein hoher Grundwasserspiegel schafft hervorragende Konservierungsbedingungen für paläoökologische und geomorphologische Daten sowie für archäologische Befunde und Funde.

    Die jungneolithische Siedlung Pestenacker bei Landsberg am Lech im Oberbayerischen Alpenvorland stellt eine solch außerordentlich gut erhaltene Feuchtbodensiedlung der Altheimer Kultur dar. Sie liegt im Tal des Verlorenen Baches und wurde zwischen 1988 und 2004 großflächig ausgegraben. Ihre Gründung kann dendrochronologisch auf das Jahr 3.495 v. Chr. datiert werden. Aufgrund ihrer großen archäologischen, überregionalen Bedeutung zählt sie seit 2011 zu den Teilstätten des UNESCO-Welterbes „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“.

    Die außergewöhnlich hohe archäologische Informationsdichte der analogen Grabungsdokumentation wird im Zuge der fortwährenden wissenschaftlichen Auswertung digital erschlossen. Dies erfolgt mittels GIS-gestützter Vektorisierung und 3D-Visualisierung. Die dadurch gewonnenen, neuen Auswertungsmöglichkeiten erlauben 3D-Modellierungen nicht nur der archäologischen Strukturen, sondern auch der Landschaft.

    Durch die Kombination dieser 3D-Modellierungen mit Bohrungen, zahlreichen Radiokarbondatierungen und Farbbildern des Untergrundes, generiert durch die Direct-Push-Technologie, kann eine hochaufgelöste, zeitgenaue Abfolge der Auensedimente mit mehreren ehemaligen Bachläufen rekonstruiert werden. Der erste nachweisliche Flusslauf entwickelte sich im Mittelholozän und schnitt sich in die weichen Torfsedimente ein. Dies führte zu einer Entwässerung der umliegenden Sedimente, damit zum Absenken des Grundwasserspiegels und vermutlich im Zuge dessen zur jungneolithischen Besiedlung der Aue.

  • 09.11.2022 19:30 - 09.11.2022 21:30

    Hauptversammlung mit Neuwahlen Zeitreise Gilching e.V., Wersonhaus Untergeschoss, Brucker Str. 11