Gilching: 4000 Jahre altes Grab gefunden

Am 28. Oktober 2016 wurde bei der archäologischen Untersuchung des Baugeländes Ecke Römerstraße/Rathausstraße direkt an der Römerstraße eine Grablegung aus der frühen Bronzezeit gefunden (aus der Zeit um 1850 bis 1800 v. Chr.). Es handelt sich wieder um ein Hockergrab, wie schon bei vier in den 1950er Jahren auf diesem Gelände entdeckten Gräbern (siehe Bericht Zeitreise Journal für Ortsgeschichten 2016). Diese Art des Begräbnisses wird deshalb Hockergrab genannt, weil die Personen mit stark angezogenen Beinen auf der Seite liegend bestattet wurden. Da als Grabbeigabe ein Bronzearmreif zum Vorschein kam, dürfte es sich um eine Frau gehandelt haben.

Bereits vorgestern wurden zwei teilweise zerstörte Grablegungen entdeckt. Bei einer der Personen wurde als Grabbeigabe eine Pfeilspitze aus Feuerstein gefunden. Ein weiterer Hinweis, dass diese Grablegungen in die frühe Bronzezeit fallen. Zerstört wurden die Grablegungen vermutlich beim Bau des mittlerweile abgerissenen Hauses

Im hinteren Bereich des Grundstückes wurden über zehn runde Verfärbungen im Kiesboden sichergestellt, die höchstwahrscheinlich Pfostenlöcher darstellen. Dabei handelt es sich um zwei parallele Reihen mit je vier Pfostenlöchern, die man einem Gebäude zuordnen könnte.

Ob das mögliche Gebäude zur Zeit der Grablegung bestand, ist (noch) nicht ersichtlich. Vielleicht wurden Keramikreste gefunden, die den Zusammenhang herstellen oder ausschließen können.

Die jetzt gefundenen Personen dürften zu den ersten, bisher bekannten Gilchingern gehört haben (naja, eigentlich existierte Gilching damals ja noch nicht).

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